Lexikon

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

A

   Abkürzungen

  • In der Regel werden die Abkürzungen in Verbindung mit dem Namen der Ortschaft aus der die Gruppe stammt verwendet, am Ende des Namens steht dann meist noch der Anhang e.V. 
    z.B. NZ Schmiechen e.V.
  • ADR               = Narren der Alb Donau Region
  • ANR               = Alemannischer Narrenring
  • VSAN             = Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte
  • ANR               = Alemannischer Narrenring
  • NVHB             = Narrenvereinigung Hegau-Bodensee
  • SNV               = Schwarzwälder Narrenvereinigung
  • VAN                  = Verband Alb-Bodensee-Oberschwäbischer Narrenvereine
  • VFON             = Vereinigung freier Oberschwäbischer Narrenzünfte
  • NVK               = Narrenvereinigung Kleggau
  • NFRSBH         = Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg
  • NFRNG           = Närrischer Freundschaftsring Neckar-Gäu
  • NFRZA            = Narrenfreundschaftsring Zollern-Alb
  • ALN                = Alb-Lauchert-Ring
  • OHA               = Narrenbruderschaft
  • VHN               = Vereinigung Hochrheinischer Narrenzünfte
  • ONB               = Ortenauer Narrenbund
  • NON               = Narrenring Oberer Neckar
  • NFH                = Narrenfreunde Heuberg
  • FNW               = Freie Narrenvereinigung Waldgau
  • NSH                = Narrenfreundschaft Südlicher Heuberg
  • FNMS             = Freie Narrenvereinigung Mittlerer Schwarzwald
  • RBSF              = Regionalverband Bayrisch-Schwäbischer Fasnachtsvereine
  • MZ                 = Maskenzunft
  • VzPdB            = Verein zur Pflege des Brauchtums
  • VzPdhB          = Verein zur Pflege des heimischen Brauchtums
  • NZ                  = Narrenzunft
  • NV                  = Narrenverein
  • FZ                   = Fanfarenzug, selten Fasnetszunft
  • NG                  = Narrengesellschaft
  • e.V.                 = eingetragener Verein

Aschermittwoch

  • Er bedeutet das Ende der Fasnet und der Beginn der vorösterlichen Fastenzeit.
  • Ist immer der 46. Tag vor Ostersonntag.
  • Der Name stammt vom kirchlichen Brauch ab, nachdem den Gläubigen an der Messe Asche auf das Haupt gestreut wird.

B

   
Brauchtumsabend

  • Eine Veranstaltung bei der sich Narrengruppen, Zünfte und Musikgruppen treffen und Ihre Brauchtumstänze oder Showtänze vorführen, die Musikgruppen sorgen für Stimmung.
  • Dient auch zum Kontakte knüpfen und dem kennen lernen untereinander. 

Buurenfasnet

  • Heißt übersetzt alte Bauernfasnacht, welche am Sonntag nach Aschermittwoch gefeiert wird.
  • Findet in der Schweiz, nach dem Ende der schwäbischen Fasnet statt.
  • Wird zum Teil auch von deutschen Zünften besucht, ebenso wie schweizer Zünfte an deutschen Veranstaltungen teilnehmen. 

Büttel

  • Ist in der Regel eine Einzelfigur, die den Umzug oder Narrensprung anführt.
  • Manchmal bestehen aber auch ganze Büttelgruppen, die im Verlauf der Fasnet „für Recht und Ordnung“ sorgen.

C

D


E

Elfter Elfter

  • Die Zahl 11 steht für die Maßlosigkeit und die Sünde, folgt diese doch direkt auf die 10 (10 Gebote).
  • Aus diesem Grunde hat die Kirche dem Narren im Mittelalter die Zahl 11 zugeteilt. Weiterhin gab es früher auch vor drei König eine Fastenzeit, die am 12. Nov. Begann. Also musste am 11.11. die Vorratskammer geleert werden. Daher auch der mancherorts gebräuchliche Ausdruck „kleine Fasnet“ für den 11.11.
  • Bedingt durch diese beiden Gegebenheiten haben sich die Narren schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts den 11.11. als Start für die Fasnet angeeignet.
  • Aber es darf nicht vergessen werden, die schwäbisch alemannische Fasnet beginnt am 06.01. und endet an Aschermittwoch!

F

Fasnet

  • Wird auch Fasching, Fastnacht, Fasnacht oder Fasent genannt, je nach Region und Dialekt.
  • Beginnt am 06.01. und Endet an Aschermittwoch.
  • Grenzt sich vom Karneval durch das gelebte Brauchtum ab.
  • Karneval und Fasnet haben einen gemeinsamen Ursprung ca. 13. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert trennten sich die Wege. Der Karneval steht für die reine Lebenslust, die Fasnet für das Brauchtum.
  • Der Name kommt vom Begriff „Fastennacht“ Die Nacht (Zeit) vor der kirchlichen Fastenzeit, Karneval kommt vom lateinischen „ Carne Vale“ was übersetzt Fleischwegnahme bedeutet.
  • Die weit verbreitete Meinung, dass die Narren den Winter austreiben sollen ist also nicht richtig, kann aber auf verschiedene Narrenzünfte zutreffen, die Ihr Brauchtum aus dieser Richtung beziehen. 

Fasnetsverbrennung

  • Mit der Verbrennung der Fasnet wird das Ende der Saison begangen. Mancherorts wird dabei eine Hexe oder andere Fasnetsfigur verbrannt.
  • Es werden allerdings auch andere Bräuche zum Ende der Fasnet gepflegt wie z.B. Geldbeutel auswaschen, Fasnet ausheina (wegen dem Ende weinen) usw.

 

Fasnetsdienstag

  • Wird in den Karnevalshochburgen auch als Veilchen Dienstag bezeichnet.
  • Ist der letzte Tag der Fasnet.
  • Endet in vielen Gemeinden mit diversen Ritualen.
  • Siehe Fasnetsverbrennung. 

Funkenfeuer

  • Das Funkenfeuer wird im Volksmund geläufig als Funken bezeichnet.
  • Der Ursprung des Funken ist nicht ganz klar, einerseits bestehen viele Sagen, dass es sich hierbei um einen heidnischen Brauch handelt, der den Winter austreiben soll, andrerseits vermutet die Wissenschaft, dass dieser Brauch eher von den alten Römern übernommen wurde, die am 1. März den Jahreswechsel feierten.
  • Veranstalter des Funken sind i.d.R. ortsansässige Vereine, die sich manchmal auch abwechseln.
  • Die Veranstalter sammeln in der Gemeinde brauchbares Altholz und die ausgedienten Christbäume und schlichten dieses Holz dann zum Funken auf. In der Mitte des Funken ragt eine Tanne auf, an deren Spitze eine Hexe angebracht ist. Früher war die Hexe immer mit Schießpulver gefüllt, so dass die Hexe mit einem Knall explodierte, ist die Hexe nicht explodiert, wurde Sie am darauffolgenden Sonntag beerdigt
  • Die Veranstalter bewachen Ihren Funken, damit dieser nicht von der Konkurrenz aus dem Nachbarort vorzeitig abgebrannt wird.
  • In früheren Zeiten war im Funken eine Funkenwirtschaft eingebaut, in der die Besucher bis zum abbrennen des Funken bewirtschaftet wurden. Aus Sicherheitsgründen wurde die Bewirtung inzwischen auf außerhalb des Gefahrenbereiches verlegt z.B. in Funkenwagen (= umgebauter Bauwagen) oder Partyzelte. 

Funkensonntag

  • Am Funkensonntag wird das Funkenfeuer abgebrannt.
  • Traditionell geht die Bevölkerung in der Dämmerung mit einem Fackelzug zum Funken.
  • Vor dem abbrennen des Funken wird die Bevölkerung durch die Organisatoren bewirtschaftet. 

Funkenring

  • Ist ein kreisrundes Kranzbrot (= Hefegebäck) der als Sonnen- und Fruchtbarkeitssymbol gilt.
  • Um den Funkenring wird in Wirtshäusern und Vereinsheimen schon ab dem Frühschoppen gewürfelt.

G

Guggamusik

  • Musikkapellen, die in der Regel eine schaurig schräge aber eben dadurch schöne Fasnetsmusik machen, zu der sich gut tanzen, springen und hüpfen lässt.
  • Traditionell werden hauptsächlich Blechblasinstrumente und Schlagzeuge aller Art verwendet. Es finden sich in letzter Zeit jedoch allerlei andere Instrumente bei diesen Gruppen.
  • In der Regel sind Guggamusiker maskiert, bzw. laufen im Häs, das durchaus von Jahr zu Jahr ein anderes sein kann.
  • Es gibt eigenständige Guggamusiken und solche. Die einer Zunft angehören und diese unterstützen.
     

G(l)ombiger Doschdig

  • Der Beginn der Fasnetswoche. Vielerorts wird das Brauchtum vorgeführt, das Rathaus gestürmt und der Bürgermeister seines Amtes enthoben, bis Er an Aschermittwoch die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen darf. Viele Narrenzünfte stürmen an diesem Tag die Schulen und treiben die Schüler aus, damit diese an der Ortsüblichen Straßenfasnet teilnehmen können.
  • Der Name kommt aus dem mittelhochdeutschen Wort „Gumpeln“ was so viel wie Possenreißen bedeutet. In manchen Gemeinden wird dieser Tag deshalb immer noch als gumpiger Donnerstag bezeichnet.
  • Im Badischen und Schweizer Raum wird dieser Tag Schmutziger Donnerstad genannt.

H

Hexenbesen

  • Gehört traditionell zur Hexe, wobei bedacht werden muss, dass Hexen erst spät in der Faset aufgetaucht sind, was mitunter mit Aberglauben und Misstrauen zu tun hat. Man bedenke, dass noch im  18. Jahrhundert Hexen verbrannt bzw. zu Tode gefoltert wurden.
  • Der Besen wird mitgeführt, da sich bekanntlich in der Walpurgisnacht alle Hexen auf Ihre Besen schwingen und damit durch die Lande fliegen.
  • Der Besen dient den Hexen aber auch als Hilfsmittel für alle möglichen Aktionen. Sie springen damit durch das Feuer, lassen eine Hexe beim Hexenhub in die Höhe schweben oder sammeln allerlei Trophäen am Besenstiel. 

Hexenhub/ Besenpyramide

  • Wird von Hexengruppen gerne bei Sprecherkabinen an Umzügen vorgeführt.
  • Eine Hexe gibt das Kommando, die restlichen Hexen stellen sich zum Kreis auf und strecken Ihre Besen in die Mitte. Dort bildet sich ein Polster aus Besenreis, auf den sich dann eine Hexe setzt. Gemeinsam wird dann diese Hexe in die Höhe gehoben, wobei sich manche Gruppen dabei auch noch im Kreis drehen.
  • Eine nicht ganz ungefährliche Aktion, wenn man die eingeschränkte Sicht unter der Maske bedenkt. 

Häs

  • Der Ausdruck kommt ursprünglich aus dem alemannischen und bedeutet Kleidung, so geb es einst ein „Sonntigshäs = Sonntagskleidung“ ein „Werftigshäs = Werktagskleidung“, ein „Schaffhäs = Arbeitskleidung“ usw.
    In manchen Gegenden wird Häs im Sprachgebrauch heute noch  verwendet.
  • In der Fasnet besteht das Häs aus allen Dingen die ein Narr einer Zunft bei sich zu führen hat.
  • Was das alles ist und wie das zu tragen ist, wird normalerweise in der Satzung oder Gruppenordnung unter dem Punkt Häsordnung geregelt.
  • Im schwäbisch alemannischen Raum ist das Häs so zu tragen, dass der Mensch darunter nicht mehr zu erkennen ist, bzw. nichts mehr von Ihm zu sehen ist. 

Häsordnung

  • Das Regelwerk das das Erscheinungsbild des Narren regelt.
  • Hier werden alle Hästeile aufgeführt, die der Narr zu tragen hat, z.B.
    ~ Larve / Maske.
    ~ Bluse / Kittel die Ärmel nicht hochgekrempelt.
    ~ Rock / Hose. 
    ~ Schürze.
    ~ Socken nicht heruntergelassen.
    ~ usw.
  • Dass das Häs sauber und in ordentlichem Zustand sein muss ist eine Selbstverständlichkeit oder sollte es zumindest sein. 

Häswart

  • Manchmal auch Maskenmeister genannt.
  • Kontrolliert beim Häsabstauben den Zustand des Häses, bevor der Laufbändel ausgegeben wird.
  • Kontrolliert bei jeder Veranstaltung den Zustand der Häser, und spricht eventuell auch Strafen für ein nicht ordnungsgemäßes Häs aus, wobei natürlich auch die restlichen Vorstandsmitglieder auf die Häsordnung achten.
  • Bei manchen Zünften übernimmt die gesamt Vorstandschaft die Aufgaben des Häswart. 

Häsabstauben

  • Ein Termin an dem der Häswart oder die Vorstandschaft den Zustand der Häser aller Mitglieder überprüft.
  • Wird von Zunft zu Zunft unterschiedlich gehandhabt, es gibt Zünfte da kommen die „Häsprüfer“ um die Weihnachtszeit ins Haus, bei anderen muss jedes Mitglied bei den „Häsprüfer“ vorstellig werden oder es gibt einen Termin bei dem man sich im Vereinsheim / Gaststäte trifft und das Häs kontrolliert.
  • Nur wer sein Häs abgestaubt hat, bekommt auch den Laufbändel für die kommende Fasnet. 

Hemdglonker

  • Hemdglonker wird ein Narr genannt, der im Nachthemd mit weißer oder roter Zipfelmütze unterwegs ist.
  • Ein Brauch der hauptsächlich am Glombigen Doschdig gelebt wird.
  • In manchen Gemeinden gibt es ganze Hemdglonkerumzüge, die im Morgengrauen starten und dann beim Frühschoppen in Bars und Wirtschaften enden.

I

J

K

Konvent

  • Kommt vom lateinischen „conventus = Zusammenkunft“.
  • In den verschiedenen Narrenvereinigungen treffen sich bei den Konventen die Vertreter der zugehörigen Zünfte um gemeinsam Dinge der Fasnet in der Region zu regeln. So werden z.B. Termine abgesprochen oder gemeinsame Umzüge, auch Ringtreffen genannt, organisiert.
  • Näheres zu den Konventen der ADR finden Sie in der Artikelübersicht auf der Hauptseite. 

Konfetti

  • Der Name ist abgeleitet vom lateinischen „confetti“ was Konfekt bedeutet. Also war das Konfetti ursprünglich Konfekt oder andere Süßigkeiten, die von den Narren in das Publikum geworfen wurden.
  • Die Armut der Narren in der früheren Zeit brachte dann die bunten Papierschipsel in die Fasnet, sozusagen als Konfektersatz.
  • Der Brauch Ziggerla zu verteilen, ist jedoch bis heute weit verbreitet, kaum ein Narr der den Kindern nichts zu geben hat.

L

Laufbändel

  • Meist buntes Bändchen das sichtbar am Häs angebracht sein muss.
  • Ist der Nachweis, dass der Hästräger berechtigt ist an der Fasnet mitzulaufen.
  • Die aufgedruckte Nummer ermöglicht es den Narren zu identifizieren.

M

Maskenmeister

  • In manchen Zünften als Häswart bezeichnet.
  • Näheres finden Sie unter Häswart. 

Maske / Larve

  • „Lar“ ist der lateinische Begriff für Maske, der Begriff Larve hat sich im Laufe der Zeit eingebürgert.
  • Die Maske ist ein fester Bestandteil vom Häs.
  • Ist meist aus Holz und handgeschnitzt. In Ausnahmefällen sind diese jedoch auch aus Gips, Leder oder anderen Materialien.
  • In manchen Zünften haben alle Masken das gleiche Gesicht, was oft bei Weißnarren der Fall ist. Andere Zünfte haben Individuelle Masken, die zwar alle gleich aussehen aber trotzdem unterschiedlich sind.

N

Narr

  • Der Name wird vom Althochdeutschen Narro abgeleitet.
  • War im Mittelalter der Spaßmacher, der für Unterhaltung sorgte, galt aber auch für tollpatschige Menschen welche aus Unwissenheit Unsinn gemacht haben. 

Narrenbruderschaft

  • Eine Bruderschaft ist ein Zusammenschluss von Männern zu einem bestimmten Zweck, hier die Fasnet.
  • Da der Ursprung der Fasnet schon im Mittelalter zu finden ist waren zu dieser Zeit nur Männer an der Fasnet aktiv beteiligt. Daher der Begriff Narrenbruderschaft.
     

Narrenzunft

  • Wie schon öfter beschrieben, liegt der Ursprung der Fasnet im Mittelalter, und wurde nur von Männern ausgeübt.
  • Da die Männer in dieser Zeit in beruflichen Zünften verkehrten und diese auch selten verlassen konnten oder durften, wurde der Begriff Zunft auch für die Narren übernommen.   

Narrensprung

  • Wird im Volksmund als Umzug bezeichnet.
  • Der Name Narrensprung kommt davon, dass Glockentragende Narren sehr oft in einer genauen Schrittfolge gehen und dabei regelmäßig alle gemeinsam springen hüpfen oder jucken.
  • Ist ein Zusammentreffen von Narren und Musikern die in einer geordneten Abfolge eine Festgelegten Weg entlang gehen und die Zuschauer mit Ihrem Narrenruf begrüßen und begrüßt werden. Zum Dank verteilen die Narren Konfetti und Ziggerla.
  • Von Sprecherkabinen aus, werden die Zünfte den Zuschauer näher vorgestellt und die Zünfte führen hier Pyramiden einen Hexenhub oder ähnliches vor. 

Narrensamen

  • Ist der Nachwuchs einer Narrenzunft, also der Samen für die Narrenzukunft der Zunft.
  • Mancherorts wird das Konfetti auch als Narrensamen bezeichnet.  

Narrenwecken

  • In der Schwäbisch alemannischen Fasnet wird zu diesem Zeitpunkt die Fasnet bzw. der Narr geweckt.
  • Vielerorts wird dabei die Leitfigur der Zunft, also der Hexenmeister, Oberteufel…. geweckt oder ausgegraben.
  • Termin ist oft der 11.11. oder das Wochenende danach.
  • Desweiteren ist ein Brauch in der Basler Fasnet, auch als Morgenstraich bekannt.
  • Hier wird das Volk in aller Frühe durch die Narren und Musiker geweckt. 

Narrentaufe

  • Um als vollständiges Mitglied einer Narrenzunft aufgenommen zu werden müssen die Antragsteller eine Taufe über sich ergehen lassen.
  • Der Termin der Taufe ist i.d.R. entweder der 11.11. oder der 06.01. manchmal in Verbindung mit dem Häsabstauben/Narrenwecken und der Laufbändelausgabe.
  • Je nach Zunft muss der Täufling diverse Dinge erledigen, unheimliche Getränke oder Speisen zu sich nehmen.
  • Oft wird die eigentliche Taufe dann mit dem Wasser des Baches/ See oder Brunnen des Ortes durchgeführt, je nach Laune des Täufers mit mehr oder weniger Taufwasser, was im Winter doch recht erfrischend sein kann.
  • Sind alle Aufgaben erledigt, das Getränk oder Essen verspeist, dann bekommt der Täufling seine Maske und eine Urkunde, die Ihn berechtigt das Häs in der Öffentlichkeit zu tragen. 

Narrenbaum

  • Gilt als Zeichen für die „Machtübernahme“ durch die Narren, wird mancherorts als Stammbaum der Narren angesehen.
  • Eine, manchmal geschälte, bunt geschmückte Tanne wird an einem zentralen Ort der Gemeinde, durch die ansässige Narrenzunft, aufgestellt.
  • In der Regel wird der Narrenbaum am Glombigen Doschdig, vor oder nach dem Rathaussturm aufgestellt.
  • Der Ursprung des Narrenbaumes kommt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert, wo die Metzgergilde eine Tanne für den Fastnachtstanz aufgestellt hat. Es gibt aber auch Hinweise dass der Narrenbaum vom Maibaum abgeleitet wurde und die Stärke und Macht des närrischen Volkes darstellen soll.

Narrendiziplin

  • In der Fasnet gelten für jeden Narren Regeln, die einzuhalten sind, schließlich soll die Fasnet allen Spaß machen also auch den Zuschauern.
  • Das beginnt beim ordentlichen Häs, näheres unter Häsordnung, und endet beim Verhalten so lange man das Häs trägt.
  • Das geht so weit, dass in manchen Zünften vorgeschrieben ist, wer Ziggerla verteilen darf und wer nicht. Weißnarren wird der Gleichschritt mit dem Sprung vorgeschrieben und bei den Großen Zünften wird auch mal geregelt wer auf welchen Umzug darf.
  • Es gibt nichts Ernsteres als die Fasnet! 

Närrischer Staatsempfang bei MP Öttinger

  • Ein Empfang für Narren bei unserem Ministerpräsidenten bei dem Vertreter der ADR im Jahr 2009 zum ersten mal geladen wurden.
  • Eine tolle Anerkennung für eine solche junge und auch noch relativ kleine Vereinigung. 

Narrenruf

  • Fälschlicherweise sehr oft als Schlachtruf bezeichnet, doch die Narren ziehen doch nicht in den Krieg!
  • Besteht meist aus dem Namen der Zunft oder Gruppe, z.B. Burra – Hexa.
  • Der Narr ruft den ersten Teil des Spruches, der Zuschauer sollte dann die entsprechende Antwort parat haben, dazu bekommt er bei jedem Umzug einen Umzugsplan auf dem die Gruppen und Ihre Narrenrufe vermerkt sind.
  • Manchmal wird behauptet, der Narrenruf sei eine Krankheit, die es dem Narren unmöglich macht am Montag normal zu sprechen, was aber medizinisch nicht belegt ist. 

Narrenkappe

  • Ist die Kopfbedeckung der Narren, wenn diese ohne Maske, also vor oder nach einem Umzug, unterwegs sind.
  • 1827 schrieb ein General in Köln vor, dass die Narren eine Kappe zu tragen hätten, diese Vorschrift wurde dann von den Narren einfach übernommen.
  • i.d.R. haben die Narren eines Vereins die gleiche Kappe, welche normalerweise in den Vereinsfarben (meistens) gestrickt sind.

O

Ortsfasnet

  • Fasnetsveranstaltungen der ortsansässigen Narrenzunft die sich regelmäßig wiederholen und für die Bevölkerung gedacht sind.
  • Beispiele:
    ~ Rathaussturm
    ~ Glombiger Doschdig
    ~ Kindergarten / Schule austreiben usw.
  • Im Schwäbisch Alemannischen Raum gibt es Zünfte, die nur Ortsfasnet betreiben und Ihre Gemeinde für keinerlei andere Fasnetsveranstaltungen verlassen.

P

Q

R

Rathaussturm

  • Machtübernahme der Narren über die Gemeinde.
  • Siehe Glombiger Doschdig 

Rußiger Freitag

  • Ist der Freitag Nach dem Glombigen Donnerstag.
  • Der Name wird von dem Brauch abgeleitet, nachdem in früheren Zeiten die Narren versuchten den Passanten Ruß ins Geicht zu schmieren. Ein Brauch der zum Teil heute noch – vor allem bei Kindern – getrieben wird. 

Rosenmontag / Fasnetsmedig

  • Ist der Montag vor Aschermittwoch.
  • In den Regionen, in denen Karneval gefeiert wird, der wichtigste Tag der Saison.

S

Schmalziger Samstag

  • In früheren Zeiten war in der Fastenzeit der Verzehr von Eier und Milchprodukten verboten. Deshalb wurde an diesem Tag der Vorrat aufgebraucht und es wurden Fasnetskrapfen und Schmalznudeln, natürlich in Schmalz gebacken, hergestellt und verzehrt.
  • Diejenigen, die am Rußigen Freitag das Gesicht geschwärzt bekamen mussten zur Entschädigung Schmalzküchle backen.
     

Schwäbisch-alemannische Fasnet

  • Regional begrenzt auf den südwestdeutschen Raum und die Nordschweiz.
  • Grenzt sich vom Karneval durch Ihr teils uraltes Brauchtum ab.  

Schulaustreibung / Schulsturm

  • In vielen Gemeinden stürmen die Narren am Glombigen Donnerstag oder rußigen Freitag die Schulen und entlassen die Schüler Vorzeitig in die Fansetsfereien, natürlich nach Absprache mit der Schulleitung.
  • Ein Brauch der vor allem bei den Schülern beliebt ist.

T

Tulpensonntag

  • Seltene Bezeichnung für den Fasnetssonntag.
  • Naturgemäß werden an diesem Sonntag vielerorts Umzüge organisiert, vom kleinen Ortsgebundenen Umzug mit den ortsansässigen Vereinen, bis zum Riesenumzug mit mehreren Hundert Teilnehmern ist alles vertreten.

U

V

Vereinigungen (LWK, ADR, ANR, BSF, usw.)

  • Sinn und Zweck dieser Vereinigungen ist die Regulierung/Reglementierung der Narrenzünfte, die dieser Vereinigung angehören.
  • Es werden Terminabsprachen getroffen um Überschneidungen zu vermeiden, weiterhin bemüht man sich z.B. Bonbons (Ziggerla) oder Konfetti gemeinsam zu kaufen und so den Preis zu drücken.
  • Informationsveranstaltungen für die verschiedenen Zünfte werden ebenfalls organisiert, Themen sind z.B.:
    ~ Steuerdinge
    ~ Jugendschutzgesetz und dessen Umsetzung
    ~ Jugendarbeit für die Jugendleiter und vieles mehr.
  • Einmal Jährlich treffen sich die Zünfte dann zum „Ringtreffen“ – bei der ADR ist das der ADR Sprung – an dem alle Zünfte teilnehmen.

W

X

Y

Z

Zunftmeister

  • Ist der erste Vorsitzende einer Narrenzunft.
  • Vertritt den Verein bei offiziellen Anlässen nach außen hin.
  • Sorgt in Zusammenarbeit mit den anderen Vorstandskolleginnen 
    und –Kollegen für die Ordnung im Verein.
  • Er ist mit für die Erhaltung des Brauchtums des Vereines zuständig.
     

Zunftmeisterempfang

  • Treffen der Zunftmeister vor einem Umzug.
  • Dient dazu, den Umzugsteilnehmer bzw. den teilnehmenden Vereinen eventuelle Besonderheiten mitzuteilen, z.B.:
    ~ dass die Musikgruppen gebeten werden in den Gaststätten und Zelten nach dem Umzug zu spielen, 
    ~ wo das Rote Kreuz Standorte hat, 
    ~ wo nach dem Umzug eventuell noch was besonderes los ist,
    ~ Aber auch zum knüpfen von neuen Kontakten und pflegen von bestehenden Kontakten. 

Ziggerle

  • Heißt übersetzt: Zuckerlein, was eigentlich für sich spricht.
  • Ziggerle oder auch Guadsla genannt, werden von den Narren vorwiegend an Kinder verteilt, wenn diese den Narrenruf richtig und laut antworten.
  • Es handelt sich also um  ganz normale Bonbons.

Kontakt

Narren der Alb-Donau-Region e.V.

Postfach 1149
88471 Laupheim
Email: info@alb-donau-region.de

1. Vorstand

Gerhard Zoller (FZL Dürnach Hexen e.V.)
Telefon: (0 73 92) 45 94
Email: vorstand@alb-donau-region.de

Über uns

Die Narren der Alb-Donau-Region e.V. (ADR) ist eine Narrenvereinigung in der schwäbisch-alemannischen Fasnet.